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NORDWESTZEITUNG 21. Januar 2010 +++ Uhu Dame macht Kindern schöne Augen |
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Vom Besuch der Grundschule Lemwerder West, mit freundlicher Genehmigung der NORDWESTZEITUNG Ein Artikel von Evelyn Fischer, Redaktion Elsfleth
Uhu-Dame macht Kindern schöne Augen GRUNDSCHULE WEST Falkner zu Besuch im Unterricht – Wanderfalke über 300 Stundenkilometer schnell
Ganz vorsichtig und mit gehörigem Respekt: Die Kinder durften die Falken-Dame „Suri“ auch streicheln. Das Tier ist an den Auftritt in Schulen gewöhnt. Zur Uhu-Dame „Lotte“ (kleines Bild) musste da mehr Abstand gehalten werden. BILDER. (2): EISCHEID  DIE FALKEN-DAME „SURI“ IST IN AFRIKA BEHEIMATET. DIE TIERE AUS DER EVENT-FALKNEREI ENTSTAMMEN ABER DEUTSCHEN NACHZUCHTEN.
VON EVELYN EISCHEID
Lemwerder - Schule kann so spannend sein, vor allem wenn an einem Vormittag ganz exklusive Gäste zu Besuch kommen. In der Grundschule Lemwerder-West begrüßten am Dienstag die Mädchen und Jungen „Suri“ und „Lotte“ mit ihren Begleitern aus der Eventfalknerei Bomlitz.
Die vierjährige Falkendame „Suri“ aus der Familie der Lannerfalken ist eigentlich in Afrika beheimatet. „Sie stammt aber aus einer deutschen Nachzucht, sie ist sehr nervenstark und an Schulkinder gewöhnt“, erklärte der Falkner und Geschäftsführer der Eventfalknerei, Thomas Wamser. Wenn auch nicht an Greifvögel gewöhnt, aber mindestens ebenso nervenstark wie der gefiederte Gast, näherten sich die Kinder der schönen Falkendame und streichelten vorsichtig und mit ganz viel Respekt das weiche Gefieder.
Dann prasselten die Fragen nur so auf den Falkner nieder: Ein Zeichen, dass sich die Schülerinnen und Schüler gründlich auf das Thema vorbereitet hatten. Thomas Wamser blieb den Kindern keine Antwort schuldig. Sie erfuhren, dass bei den Falken die Weibchen größer sind, weil sie Nest und Nachwuchs beschützen, während die kleineren und wendigeren Männchen für das Futter sorgen. Der Nestbau zähle nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen bei Familie Falke. Thomas Wamser: „Sie ziehen gerne in ein verlassenes Krähennest oder brüten in einer Mulde.“ Wenn die Natur reichlich Futter anbiete, kämen die Jungen zur Welt und seien in drei Monaten ausgewachsen und flügge. Schnell seien alle Arten aus der Familie der Falken. Ein Wanderfalke schaffe bis zu 324 Stundenkilometer. Wamser: „Schneller als Schumi auf der Zielgeraden.“
Als eine imposante Erscheinung mit wunderschönen Augen stellte sich der nächste Gast vor. Die junge Uhudame „Lotte“ war noch nicht so sehr auf Kinder trainiert, da hieß es, etwas Abstand zu halten und aufs Streicheln zu verzichten. Aber auch über „Lotte“ wusste Wamser spannende Dinge zu erzählen: „Ein Uhu kann sehr gut sehen, noch besser hören und vor allem in der Nacht auf seinem Beutezug lautlos fliegen, aber ganz so schnell wie ein Falke sind Eulen und Uhus nicht.“ Als „Lotte“ ihre Schwingen mit einer Spannweite von etwa anderthalb Metern ausbreitete, ging ein staunendes Raunen durch das Klassenzimmer. „Unser Seeadler ,Hera’ hat eine Flügelspannweite von 2,20 Metern“, verriet Wamser: „Das ist aber noch gar nichts gegen die Spannweite des Andencondors, der bringt es auf drei bis 3.40 Meter.“ Um das zu verdeutlichen, stellten sich zwei Schulkinder mit ausgebreiteten Armen nebeneinander. Thomas Wamser drückte ihnen zusätzlich zwei Condorfedern in die Hände: „So könnt ihr euch die Schwingen des Condors vorstellen.“ |